Welche Nachrichten brauchst Du wirklich?

Wie Nachrichten unbewusst unser Denken und Handeln beeinflussen

Wir alle konsumieren sie, die täglichen Nachrichten. Nachrichten aus aller Welt. Nachrichten über Politik, Sport, Katastrophen, Gewalt und Krieg oder Klatsch- und Tratsch-Geschichten. Ich vermute, auch du gehörst zu den 86% der Menschen, die das täglich mehrmals tun. Und vielleicht hast du dich auch schon mal gefragt, was dir das Wissen um diese Nachrichten eigentlich bringt? Welchen persönlichen Nutzen du aus den Informationen ziehen kannst, die uns tagtäglich erreichen? Ich behaupte, dass der tatsächliche Nutzen ziemlich eingeschränkt ist und es eher sogar unserer Psyche schadet, wenn wir unser Gehirn und damit unser Unterbewusstsein tagein, tagaus mit beunruhigenden Nachrichten füttern. Denn neben der reinen Sachinformation ruft die Vielzahl der negativen Nachrichten in uns eine gewisse Angst und Verunsicherung hervor, der wir uns nicht entziehen können. Eine häufige Wiederholung wirkt dabei noch als zusätzlicher Verstärker.

Nachrichten manipulieren unsere Wahrnehmung

Ob du es wahrhaben willst oder nicht: Nachrichten informieren nicht nur, sondern sie manipulieren unsere Wahrnehmung. Wir fühlen uns in dieser Welt nicht mehr sicher, haben Angst vor der Zukunft, befürchten, unseren Wohlstand zu verlieren… – und das, obwohl wir – objektiv betrachtet - einen Lebensstandard erreicht haben, den sich hunderte von Generationen vor uns gerne gewünscht hätten. Wie wir unsere Gedanken manipulieren lassen, möchte ich gerne an folgendem Beispiel verdeutlichen:

Die Terrorgefahr war bzw. ist eine der größten (und unbegründeten) Ängste der Deutschen

München, Berlin, Hanau – die rechte Gefahr überrollt uns in 2019. Terror zuvor in Paris, Brüssel, Nizza, London: Europäische Großstädte, Reiseziele von Millionen Touristen und zugleich Anschlagsziele von Terroristen. Terrorattacken an Orten, an denen viele von uns schon einmal waren. Es ist ein Gefühl, das der Klang dieser Städtenamen in uns hervorruft: Der Terror ist allgegenwärtig. Sind wir hier überhaupt noch sicher?

Bemühen wir zur Beantwortung dieser Frage doch einmal ein paar Statistiken:

  • In 2018 starben weltweit 15.952 Menschen durch Terroranschläge (Quelle: Globaler Terrorismusindex der Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace).
  • In Europa lag die Zahl der durch Terror verursachten Todesfälle bei lediglich 62 Toten (Anm. des Autors: „Gott sei Dank“).

Stellt man dieser Zahl einmal die Anzahl der Verkehrstoten in Europa gegenüber, so sind laut EU-Kommission in 2018 ca. 25.100 Menschen bei Unfällen tödlich verunglückt. Man muss nicht studiert haben um herauszufinden, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen über 400-mal (!!) höher ist als das Opfer eines Terroranschlags in Deutschland oder Europa zu werden. Wovor sollte sich also der mitteleuropäische Bürger eher fürchten?
Paradoxerweise war die Angst vor Terrorismus in 2018 eine der TOP 10 Ängste der Deutschen. Rund 44% befürchteten, das Opfer einer Terrorattacke zu werden, stiegen aber jeden Morgen bedenkenlos ins Auto, um routinemäßig zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren.

Warum ist das so?
Weil kein Tag vergeht, an dem nicht über Terror in der Welt berichtet wird. Die Terrorgefahr wird uns quasi tagtäglich ‚eingehämmert‘. Wenn uns solche Nachrichten permanent so präsent gemacht werden, verankern wir die Botschaften automatisch tief in unserem Unterbewusstsein. Und dagegen können wir uns gar nicht wehren. Wir können nicht differenzieren, dass rund 99% der Anschläge weit, weit weg von uns auf der Welt passieren. Und zwar in Kriegsgebieten wie Irak, Afghanistan, Syrien oder Nigeria. Und so entwickelt sich das Gefühl, dass überall um uns herum der Terror herrscht und wir hier nicht mehr sicher leben können.

Wie fütterst du dein Unterbewusstsein?

Die Reihe der Beispiele lässt sich beliebig fortsetzen, würde jedoch den Umfang dieses Beitrags sprengen. Deshalb nur ein paar weitere TOP 10 Ängste der Deutschen in 2019:

  • Angst vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern
  • Angst vor einer gefährlicheren Welt durch Trumps Weltpolitik
  • Angst vor politischem Extremismus

Wen wundert es nun, dass die meisten Menschen so angst- und sorgenvoll durch ihren Alltag marschieren?
Ich bin davon überzeugt, dass die Qualität unserer Gedanken die Qualität unseres Lebens bestimmt. Und Du hast es selbst in der Hand: Statt sich ständig mit einer Flut von negativen oder leeren Informationen berieseln zu lassen, kannst Du selbst und bewusst (!) bestimmen, worauf Du Deine Aufmerksamkeit zukünftig lenkst. Es erfordert nur ein bisschen Übung, Achtsamkeit sowie folgende einfache Fragestellung: Was nutzt mir diese Information eigentlich? Bringt es mich in meinem Leben weiter, wenn ich dieses oder jenes weiß?

Teste Dich selbst: Was muss bzw. möchte ich wirklich wissen?

Um dies gleich einmal zu überprüfen, biete ich Dir folgenden, schnell zu bewältigenden Test an: Schau Dir doch einfach mal die Rubrik der meistgeklickten Online-Nachrichten auf www.bild.de an und prüfe dort die Inhalte und Botschaften auf folgende Kriterien:

  • wichtig für meinen Lebensalltag
  • bringt mich im Leben weiter
  • brauche ich, um mitreden zu können

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesem Beitrag ein wenig sensibilisieren. Und vielleicht fühlst Du Dich animiert, zukünftig mehr positive Botschaften in Deinen Alltag zu holen. Wie kann Dir das leicht und ohne großen Aufwand gelingen?

Wie bekommst Du mehr positive Botschaften in Deinen Alltag?

Unser Alltag ist geprägt von Gewohnheiten. Wenn wir unseren Fokus verändern möchten, müssen wir unsere Gewohnheiten ändern. Deswegen hier ein paar Ideen, was Du tun könntest:

  • Mach Dir einmal bewusst, wie Du Nachrichten konsumierst: Welche Routinen hast Du im Laufe der Zeit entwickelt? Morgens die Zeitung lesen? Online-Nachrichtendienste automatisch auf Smartphone oder Tablet? Die 20-Uhr Tagesschau? Facebook? … ? ....?
  • Starte einfach mal den folgenden Selbstversuch: Verzichte für einen bestimmten Zeitraum (z.B. eine Woche) einmal ganz gezielt auf die obigen Routinen und frage Dich am Ende der Woche, ob Du wirklich etwas Wichtiges verpasst hast.
  • Nutze die frei gewordene Zeit, um Dich in dieser Woche mit den Themen zu beschäftigen, die Dir Spaß machen und die Dich wirklich interessieren. Deinem Hobby, der nächsten Urlaubsreise, der Aneignung von neuem Wissen…
    Ziehe dann den Vergleich: Wie geht es Dir, wenn Du beispielsweise morgens die neueste Tauch-Zeitung statt der üblichen Tageszeitung liest? Welche Gefühle, welche Motivation setzt das bei Dir frei?
  • Du kannst auch „Leerzeiten“ produktiver nutzen: Im Durchschnitt sitzt jeder Deutsche täglich 45 bis 60 Minuten im Auto. Eine ideale Gelegenheit, um auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum nächsten Kunden die sich ohnehin ständig wiederholenden Nachrichten im Radio abzuschalten und sich ein Audioprogramm zu „deinem“ Thema zu gönnen.
  • Podcast hören geht auch im Zug, Bus oder S-Bahn, beim Warten oder beim Joggen…
  • Verzichte vor dem Zu-Bett-gehen auf Nachrichtensendungen, damit Du nicht mit der ganzen Not und dem Elend dieser Welt schlafen gehst, an dem Du in diesem Moment ohnehin nichts ändern kannst
  • Lies stattdessen vor dem Einschlafen lieber ein paar Seiten eines wertvollen Buchs, das Dich in deiner persönlichen oder beruflichen Entwicklung weiterbringt (kein Krimi, Enthüllungsbuch oder Liebesroman) – und das wirklich regelmäßig.

Ergänzung aufgrund der aktuellen Corona-Lage & Berichterstattung:

Natürlich beherrscht Corona unseren kompletten Alltag! Aber auch hier hast Du es selbst in der Hand, ob Du jede Nachrichten- oder Extra-Sendung im Fernsehen konsumierst, die Live-Blogs im Internet verfolgst oder die Nachrichten auf deinem Smartphone verschlingst.

Auch ich habe zu Beginn der Krise jede Nachrichtensendung aufmerksam verfolgt, bis ich irgendwann an den Punkt kam, dass mich die Flut der aktuellen Katastrophenmeldungen einfach nur mental runterzieht. Mittlerweile lese ich 1x am Tag nur die Überschriften des Corona Live Tickers vom Vortag und gönne mir die Nachrichten des Morgen-Magazins (Anm. Ich tue das bewusst morgens, weil ich nicht das Elend der Welt abends mit ins Bett nehmen möchte). Und damit bin ich über alles Wesentliche informiert. Den Rest der Informationen erhalte ich ohnehin über die Diskussionen, die in meinem Umfeld stattfinden. Stattdessen füttere ich mich lieber mit positiven Botschaften – wie oben beschrieben.

Viel wichtiger ist es für mich, mental stark zu bleiben und die Dinge, die ich nicht ändern kann, zu akzeptieren: „Was ist, ist!“. Aber es gibt genügend Bereiche in meinem Leben, die ich vorausschauend (mit WEITBLICK 😉) positiv beeinflussen und gestalten kann, wie z.B. meine Finanzen, meine Gesundheitsvorsorge, meine Fitness, meine Gedanken und Emotionen.

Wenn Du daran interessiert bist, wie Du Deine mentale Stärke trainieren kannst, empfehle ich Dir meinen Podcast „Mentale Stärke

Thomas Vogler

ist Berater, Vortragsredner, ehrlicher Kritiker und WEITBLICKER. Er unterstützt mit innovativen Ideen aus Denkfallen auszubrechen, die von gestern sind, um in eine lohnenswerte Zukunft zu starten.

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